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Meteovorbereitungen

Es gibt sicher ein paar allgemein gültige Tipps, wie man sich auf bevorstehende Flüge meteomässig vorbereiten sollte. Im Detail sieht eine optimale Flugvorbereitung für jeden Piloten aber stets anders aus. Manche Piloten mögen es vielseitig, informieren sich auf vielen Internetadressen und mit verschiedenen Datenquellen und probieren immer mal wieder etwas Neues aus. Andere lieben es einfach, konsultieren stets die gleichen, gängigen Quellen.

Wichtig ist, dass man es sich so einrichtet, dass die Vorbereitung für einen stimmt. Ähnlich wie ein Gleitschirm zum Piloten passen muss, müssen auch die Meteoinformationen für einen Piloten sprechend sein, für ihn verständlich und plausibel sein. Finde also deinen eigenen Stil wie du dich am besten vorbereiten kannst. Nützliche Informationen und Hinweise zur Flugvorbereitung für Streckenflüge findet ihr unter Streckenflieger.

 

Grundlagen

Das optimale Gebiet für jede Jahreszeit

Die langfristigsten und daher am besten einschätzbaren Wetterfaktoren sind jahreszeitbedingte Schwankungen der Sonneneinstrahlung, der Luftmassenverschiebung und der Luftschichtung. Dadurch lassen sich pauschale Aussagen über die grundsätzliche Eignung eines Fluggebietes treffen z.B. für einen Gleitschirmurlaub:

  • ruhige Bedingungen im Herbst
  • Hammerbedingungen im Frühjahr
  • etc.

Faustregel: Je später das Jahr desto höher sollte das Fluggebiet liegen (Mittelland und Voralpen im Frühjahr, Hochalpen im Spätsommer / Herbst).

 

Mittelfristbeobachtung

Egal ob du als Genusspilot oder als Streckenflugpilot unterwegs bist. Stets lohnt es sich, bereits 2-3 Tage im Voraus „die Nase in den Wind“ zu halten und das Wetter zu beobachten. Gab es kürzlich grosse Niederschläge? Ist der Wind stark, abnehmend, zunehmend? Wie ist die Bodenfeuchtigkeit?  Dafür reicht es aus, sich täglich kurz in der Tageszeitung oder auf SF Meteo über Wetter und Wetterprognose zu informieren.

 

Vorbereitung am Vorabend

Konsultation der Grosswetterlage und der Drucksituation / Druckprognose.
Achtung: Die Drucksituation – insbesondere das Nord-Süd-Druckgefälle - ist sicherheitsrelevant. Bei Druckunterschieden von 3hPa und mehr ist Vorsicht bei der Fluggebietswahl geboten.

Wie sieht die Windprognose für den nächsten Tag aus? Was macht der Wind in der Höhe? Flugbasis-Windprognose - Hilfe 850hPa entspricht einer Höhe von 1500m, 700hPa sind etwa 3000m.

Für das Fliegen unter der Woche muss der Luftraum über allfällige Einschränkungen sorgfältig geprüft werden. Am Wochenende sind die meisten Lufträume frei (z.B. Sion, Meiringen).

Folgerungen: Aus diesen Informationen lassen sich einige Gebiete meistens bereits ausschliessen. Die restlichen Gebiete kommen dann für die Fluggebietsauswahl am Tag des Fluges in Frage.

 

Vorbereitung am Tag des Fluges

Grosswetterlage und Drucksituation / Druckprognose nochmals konsultieren.
Die wichtigsten Wettermerkmale prägen sich so besser ein. Zudem ist die Druckdifferenzprognose jetzt genauer.

Die Wetterchecks, die am Vortag nicht verfügbar sind:

 

Wenn jetzt für dein Lieblingsfluggebiet alles im grünen Bereich ist dann nichts wie los. Geniesse den Tag!

Achtung: Lass dich nicht von einem Kollegen zu einem Flug in einem Gebiet verleiten, in das du aufgrund deiner Einschätzung nicht hinreisen würdest. Für einen guten Flug muss es „im Kopf stimmen“ und das ist bestimmt nicht der Fall, wenn du der Wettersituation im Fluggebiet nicht traust. Ebenfalls ist es ratsam, sich immer selber Gedanken über das Wetter am Flugtag zu machen , auch wenn ein erfahrener Pilot dabei ist. Durch deine eigene Vorbereitung kannst du gezielter Fragen stellen und dadurch mehr von den erfahrenen Piloten profitieren.

 

Der Sicherheitsfaktor

Welches Fluggebiet man auswählt hängt selbstverständlich auch vom Können des Piloten ab. Oft herrschen in Fluggebieten thermisch gute bis sehr gute Bedingungen, die aber viele Piloten überfordern können. Im Zweifelsfall sollte gelten: safety first!

Allzeit happy landing und viel Spass bei deinen Wetterbeobachtungen wünscht dir der GCE